[DE] FNAF X: Das Logbuch der Geheimnisse Ep. 2

 Elara wusste, dass sie nicht sicher war. Das Lachen, das sie auf dem Foto hatte, das sie noch vor ihrer Schicht von sich selbst am Monitor gemacht hatte, war längst einer eisigen Panik gewichen.

Sie musste hier raus. Doch etwas hielt sie fest, ein makaberer Sog, der sie dazu zwang, mehr zu erfahren. Die Metallbox unter dem Schreibtisch barg nicht nur die schockierenden Wartungsprotokolle und das unscharfe Foto der Kreatur, die Bonnie zerlegte. Ganz unten lag ein kleines, abgenutztes Notizbuch – kein offizielles Protokoll, sondern ein Logbuch, dessen Ledereinband von Feuchtigkeit und Zeit zerfressen war. Es war das persönliche Eigentum eines ehemaligen Nachtwächters, das war Elara sofort klar.

Sie hob es vorsichtig auf. Der Geruch war intensiver hier, eine Mischung aus alter Tinte, feuchtem Papier und einem subtilen, unnatürlichen Süße. Elara schlug die erste Seite auf. Die Schrift war krakelig, oft verschmiert, als wäre sie in Eile oder bei schlechtem Licht verfasst worden. Es waren Einträge über Wochen, vielleicht Monate hinweg.

[Datum und Uhrzeit unleserlich] Nacht 1. Der Neue. Erster Tag ist immer der schlimmste, oder? Die Animatronics sind gruselig. Vor allem Foxy. Er starrt. Fühlt sich an, als würde er mich sehen. Nicht nur die Kamera. Habe versucht, mir einzureden, dass es nur alte Maschinen sind. Aber ich spüre es. Sie sind… anders.

[Einige Tage später] Das Geräusch. Ich schwöre, ich habe es gehört. Ein leises Summen aus der Küche. Und dann Chicas Teller. Er lag auf dem Boden. Habe ihn zurückgestellt. Das ist nicht normal. Die Türen sind alle zu, die Lichter aus. Wie konnte er…

[Wieder ein paar Tage] Bonnie bewegt sich. Mein Herz. Habe ihn im Westflur gesehen, als ich die Lichter checkte. Oder sah ich ihn? Nur ein Schatten, ein Blitz von Violett. Mein Verstand spielt mir einen Streich. Das muss es sein. Bin zu müde. Brauche mehr Kaffee.

Elara blätterte hastig weiter, ihre Augen scannten die Seiten. Die Einträge wurden unzusammenhängender, panischer. Skizzen tauchten auf: grobe Zeichnungen von animatronischen Augen, die im Dunkeln leuchten, oder Umrisse von Gestalten, die im Flur lauerten.

[Stark verschmierte Seite] Sie wissen, dass ich hier bin. Ich sehe sie. Überall. Ihre Augen. Sie sind nicht leer. Da ist etwas drin. So kalt. So tot. Freddy singt im Dunkeln. Leise, aber ich höre es. Keine Musik. Nur seine Stimme. Dieses Lachen… Es verfolgt mich.

[Noch mehr verschmierte Seite, nur einzelne Wörter lesbar] …Kind… Hilfe… Gesicht… zerbrochen… er hat es getan… versteckt… nicht allein…

Elara spürte, wie eine Welle der Übelkeit in ihr aufstieg. Die Kassette. Sie musste die Kassette abhören. Das Notizbuch sprach von zerbrochenen Gesichtern, von Kindern, die um Hilfe flehten. War dies das fehlende Puzzleteil, das die „unangebrachten Kontakte“ und die vermissten Kinder verband?

Ein lautes KNARREN ließ sie zusammenzucken. Es kam von der Tür, die zum Hauptbereich führte. Die schwere Stahltür. Sie war angelehnt. Jetzt war sie offen. Ein Spalt. Ein schwarzer, bodenloser Spalt, aus dem die Dunkelheit des Speisesaals zu kriechen schien.

Ihr Blick schnellte zum Monitor. Kamera 1A: Die Bühne. Freddy war weg.

Ein eiskalter Griff schien sich um Elaras Herz zu legen. Sie war nicht allein. Und die Wahrheit, die sich in diesem verrotteten Logbuch verbarg, war nur der Anfang.

Sie musste die Kassette abspielen. Jetzt.

Elara fand einen alten Kassettenrekorder in einer der Schreibtischschubladen, verstaubt, aber überraschenderweise funktionstüchtig. Ihre Hände zitterten, als sie die Kassette einlegte. Das „Play“-Symbol war kaum noch erkennbar, die Knöpfe klebrig. Ein leises Zischen erfüllte den Raum, als das Band zu laufen begann.

Zuerst war da nur Rauschen, das typische Knistern alter Aufnahmen. Dann eine männliche Stimme, leise und nervös: „Logbuch-Eintrag… Nacht 4. Ich schwöre bei allem, was mir heilig ist… diese Dinger bewegen sich. Ich habe Freddy in der Küche gesehen. Seine Augen… Sie leuchten.“ Ein Schlucken, dann ein schnellerer Atem. „Ich… ich habe die Türen geschlossen. Ich bin sicher. Aber sie klopfen. Sie klopfen an die Tür.“

Ein lautes KLONK hallte über die Aufnahme, gefolgt von einem gequälten Keuchen des Mannes. Elara hielt den Atem an. Das war genau das Geräusch, das sie gehört hatte, als sie ihre Schicht begann!

Die Stimme des Mannes wurde leiser, fast ein Flüstern. „Er ist da. Er ist… nicht richtig. Er ist… Es ist nicht Bonnie.“ Ein erschreckendes, verzerrtes Krachen war zu hören, das Elara zusammenzucken ließ. Es klang wie Metall, das zerrissen wurde, begleitet von einem schrecklichen, hohen Quietschen – fast wie ein Schrei, der im Hals stecken blieb.

„Oh mein Gott… sein Gesicht… er hat es zerlegt… ich habe es gesehen… die Augen…“ Die Stimme brach ab, wurde zu einem unartikulierten Wimmern, das langsam in ein tiefes, grausames Lachen überging. Doch es war nicht das Lachen des Mannes. Es war ein tiefes, mechanisches, verheißungsvolles Lachen, das Elara bis ins Mark erschütterte.

Das Lachen wurde lauter, überlagerte die Aufnahme, bis es sich mit einem ohrenbetäubenden SUMMEN verband, das die Membranen des Rekorders zum Vibrieren brachte und abrupt abbrach.

Stille. Eine tiefere, kältere Stille als zuvor. Die Aufnahme war zu Ende.

Elara riss die Kassette aus dem Rekorder. Ihre Hände waren eiskalt, ihr ganzer Körper zitterte. Sie war nicht die Einzige, die dieses Grauen erlebt hatte. Und der vorherige Nachtwächter… sein Schicksal war auf dieser Kassette besiegelt worden. Das Lachen. Das mechanische, hämische Lachen. Es war nicht von einem Menschen. Es war von ihm.

Die Tür zum Hauptbereich stand immer noch offen. Der Spalt war breiter geworden. Eine unheimliche Dunkelheit strömte heraus, die Elaras Blick anzog und gleichzeitig abstieß.

Ein leises Kichern erklang. Nicht von der Kassette. Nicht aus dem Lüftungsschacht. Es kam direkt aus dem Raum, der jetzt vor ihr lag. Ein Kichern, das nach Metall und Verzweiflung klang.

Freddy.

Sie war nicht allein. Und er war nicht mehr auf der Bühne. Er war hier.

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