[DE] FNAF X: Das Vermächtnis von Fazbear's Fright Ep. 1

Der Geruch schlug Elara entgegen, bevor sie auch nur einen Fuß über die Schwelle gesetzt hatte: eine melancholische Melange aus verrottendem Teppich, abgestandenem Fett und einem metallischen Hauch, der an altes Blut erinnerte. „Freddy Fazbear’s Pizza“, murmelte sie, las das verblichene, einst so fröhliche Schild über dem Eingang und spürte, wie eine Gänsehaut ihren Nacken hinaufkroch. Die Neonlichter, die einst so einladend gewesen waren, waren zerbrochen, die Fassade von Efeu überwuchert, als wollte die Natur das Gebäude verschlucken.


Sie hatte den Job nur wegen des Geldes angenommen. Ein Freund hatte ihr von der Anzeige erzählt: „Nachtwächter gesucht – einfache Arbeit, gute Bezahlung.“ Er hatte gelacht und hinzugefügt: „Sicher nur alte Kameras überwachen, was kann schon schiefgehen?“ Jetzt, da Elara hier stand, inmitten der eisigen Abendluft, umgeben von der Stille eines längst vergessenen Ortes, wusste sie: Alles. Alles konnte schiefgehen.

Die dicke Metalltür ächzte, als sie sie mit dem von Mr. Harrison, dem neuen Besitzer, ausgehändigten Schlüssel aufschloss. Ein kurzer Blick über die Schulter – die Straße war menschenleer, die nächsten Häuser Meilen entfernt. Sie war allein.

Im Inneren war es stockfinster. Elara tastete nach dem Lichtschalter und fand ihn schließlich neben einem ausgefransten Poster von einem lächelnden Bären und seinen Freunden. Mit einem Summen und Knistern erwachten die Leuchtstoffröhren zum Leben und warfen ein kaltes, flackerndes Licht auf das, was einmal ein Ort der Freude gewesen war.

Alte Partytische, übersät mit eingetrockneten Essensresten und Konfetti, standen noch da. An den Wänden hingen vergilbte Kinderzeichnungen von lachenden Animatronics. Doch das Lachen war hier verschwunden, ersetzt durch einen dicken Schleier aus Staub und Verzweiflung. Die Luft war so schwer, dass Elara das Gefühl hatte, sie kauen zu müssen.

Ihr Weg führte durch den Speisesaal, vorbei an der Bühne. Dort standen sie. Freddy Fazbear, Bonnie der Hase und Chica das Huhn. Ihre Augen, einst glänzende Symbole der Freundlichkeit, waren nun leere, tote Blicke in die Dunkelheit. Foxy der Fuchs, dessen Piratenbucht durch eine Absperrung blockiert war, stand abseits, seine Augenhöhlen tief und sein Kiefer leicht geöffnet, als würde er einen stummen Schrei ausstoßen.



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Die Animatronics waren alt, ihre Kostüme waren an einigen Stellen zerrissen, das Metall darunter blitzte hervor. Es sah aus, als wären sie nicht nur ausgeschaltet, sondern eingefroren, gefangen in einer Pose, die sie zuletzt für ein Publikum eingenommen hatten, das längst weitergezogen war. Doch etwas an ihren starren, unbewegten Formen jagte Elara einen Schauer über den Rücken. Eine kindliche Angst, die sie seit Jahren nicht mehr gespürt hatte, regte sich in ihr.

Sie erreichte das Büro, einen kleinen, engen Raum, der nur durch eine schmale Tür mit dem Hauptbereich verbunden war. Zwei schwere Stahltüren flankierten den Eingang, ihre Scharniere waren rostig. An der Wand prangte ein Monitor mit acht Schwarz-Weiß-Bildern – die Überwachungskameras. Ein Ventilator auf dem Schreibtisch drehte sich langsam und träge, sein Geräusch war das einzige, das die erdrückende Stille durchbrach.

Elara setzte sich auf den klapprigen Bürostuhl. Ein Stapel alter Zeitungsartikel lag auf dem Schreibtisch. Sie hob den obersten auf, ihre Finger strichen über das vergilbte Papier. Die Schlagzeile: „Fünf Kinder vermisst – Freddy Fazbear’s Pizza unter Verdacht.“ Darunter ein Datum, das Jahrzehnte zurücklag.

Ihr Magen zog sich zusammen. Vermisste Kinder? Das hatte Mr. Harrison nicht erwähnt. Er hatte nur von einem „Routine-Check“ und „nichts Außergewöhnlichem“ gesprochen.

Die Uhr zeigte 23:58 Uhr. In zwei Minuten würde ihre Schicht beginnen.

Ein Knistern im Monitor riss sie aus ihren Gedanken. Die Kamera im Speisesaal flackerte kurz. Elara blinzelte. Hatte sich da gerade etwas bewegt? Ein Schatten, ein Zucken? Sie schob es auf das schlechte Signal und ihre überreizten Nerven.

00:00 Uhr.

Ein leises Geräusch. Ein Schaben. Es kam von der Bühne. Elara erstarrte. Sie starrte auf den Monitor, auf das Bild der Bühne.

Freddy Fazbear stand noch immer da, regungslos. Aber ...

Chica.

Sie war nicht mehr auf der Bühne.

Ihr Herz begann zu pochen. „Das kann nicht sein“, flüsterte sie. „Das ist nur eine Einbildung.“

Sie zuckte zusammen, als ein lautes KLONK aus der Ferne durch die verlassenen Hallen hallte. Es klang, als wäre etwas Schweres zu Boden gefallen. Oder als hätte etwas Metallisches einen Schritt gemacht.

Elara griff nach dem Tablet, das auf dem Schreibtisch lag. Das Kamerasystem. Sie wischte zum Backstage-Bereich, dann zu den Toiletten, zur Küche. Nichts. Dann der Flur.

Da war sie. Chica. Ihre Augen glühten im schwachen Licht der Kamera, als würde sie direkt in Elaras Seele blicken. Sie stand am Ende des Flurs, regungslos, aber mit einer Präsenz, die die kalte Luft zu durchschneiden schien.

Elara legte das Tablet zitternd beiseite. Die Geräusche. Der Gestank. Die verschwundene Animatronic.

Sie war nicht allein hier.

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