[DE] FNAF X: Dem Wimmern folgen Ep 10.1
Elara hat Bonnie verletzt und konnte sich befreien, aber nun hört sie ein unheimliches Wimmern aus der Richtung des roten Lichts.
Elara zögerte. Eine neue Überraschung. Das Wimmern klang nach einem Kind. War es eine weitere Täuschung? Eine neue Form des Horrors? Oder war es der Schlüssel zu dem, was hier wirklich geschehen war? Ihr verletzter Knöchel schmerzte, der Rücken pochte vom Aufprall gegen die Wand, aber die Neugier war stärker als die Angst. Ein Kind. Allein in dieser verlassenen Hölle.
Sie begann, vorsichtig auf das rote Licht zuzukriechen, ihre Augen suchten verzweifelt die Dunkelheit ab, um die Quelle des Wimmerns zu finden. Das Geräusch war leise, kaum hörbar, ein zitterndes Schluchzen, das jedes Mal, wenn Elara näherkam, lauter zu werden schien. Es kam aus einer kleinen, zerbrochenen Tür, die sich von dem Hauptraum, in dem sie sich befand, abzweigte. Ein schmaler Spalt ließ das rote Licht hindurchscheinen.
„Hallo?“, flüsterte Elara, ihre Stimme rau und belegt. „Ist da jemand?“
Das Wimmern verstummte abrupt. Die Stille, die folgte, war noch beängstigender als das Geräusch zuvor. Elara hielt den Atem an, ihre Muskeln waren angespannt. Hatte sie das Kind erschreckt? Oder etwas anderes geweckt?
Ein leises Rascheln war zu hören, das nicht von einem Animatronic stammte. Es klang wie Stoff, der sich bewegte, wie ein Atemzug. Und dann, ganz leise, ein Flüstern: „Hilf… mir…“
Elara zwängte sich durch den Spalt der Tür. Der Raum dahinter war ein weiteres Lager, vollgestopft mit alten, verrottenden Kisten, zerbrochenen Spielzeugen und einer dicken Schicht Staub. Das rote Licht kam von einer Notbeleuchtung über einem verrosteten Regal.
Und dort, in der dunkelsten Ecke, saß es.
Nicht ein Kind.
Es war eine Animatronic. Aber nicht wie die anderen. Sie war kleiner, schien aus weicherem Material zu sein, und ihre Bewegungen waren flüssiger, unheimlich menschlich. Ihr einst rosa oder lila Fell war verblichen und zerfetzt, an manchen Stellen fehlte es ganz, um das blanke Endoskelett darunter freizulegen. Ihre Augen waren leere, schwarze Knöpfe, doch aus ihrer Mitte strahlte ein schwaches, purpurfarbenes Leuchten – das Wimmern.
Es war Balloon Boy. Aber nicht der, den Elara aus alten Kinderzeichnungen kannte. Dieser war zerbrochen, seine Gliedmaßen hingen lose, und aus einer Öffnung in seiner Brust ragte ein wirres Durcheinander von Drähten und winzigen Zahnrädern hervor. Er hielt eine verbeulte „Balloon!“ Tafel in seiner dünnen Hand, die schief hing.
Und das Wimmern… es kam nicht von einem Mund. Es kam aus der Öffnung in seiner Brust, ein leises, mechanisches Schluchzen, das von den kaputten Schaltkreisen ausging. Es war eine Endlosschleife des Schmerzes.
„Ich… kann… dich… nicht… verlassen…“ flüsterte Balloon Boy, seine Stimme war das gleiche digitale Kratzen wie die der Marionette, aber weitaus tragischer. „…hier… gefangen…“
Elara starrte ihn an, ihr Atem stockte. Eine neue Art von Horror. Nicht der jagende Schrecken, sondern der stille Schmerz einer gefangenen Seele. Sie spürte eine unerklärliche Traurigkeit, die von der kleinen Figur ausging.
Doch dann hörte sie es. Ein leises, aber unverkennbares SCHLEIFEN von Metall auf Beton. Es kam von der Tür, durch die sie gerade gekrochen war. Bonnie. Er war näher, als sie gedacht hatte.
Sie hatte sich entschieden, dem Wimmern zu folgen. Und es hatte sie nicht zu einem Ausgang geführt, sondern tiefer in den Albtraum.
Elara ist nun Balloon Boy begegnet, einer scheinbar leidenden Animatronic, während Bonnie sich nähert.

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