[DE] FNAF X: Den Chip entschlüsseln Ep. 12.1.4


Elara presste den winzigen Datenchip fest in ihrer zitternden Hand. Der Lagerraum war wieder in beängstigende Stille getaucht, nur unterbrochen von Bonnies wütendem Knurren hinter der verriegelten Tür. Der Geruch von Schimmel und Verwesung schien sich nun mit dem kalten, sterilen Aroma des Chips zu mischen, oder war es die reine Konzentration, die ihren Verstand klar werden ließ?

Sie kniete auf dem staubigen Boden, ihre Augen fixiert auf den Chip. Was war das für eine Information? Wie konnte sie ihn entschlüsseln? Und vor allem, warum hatte Balloon Boy ihn ihr gegeben? Er war keine Maschine, die bewusst handeln konnte. Oder doch?

Ihr Blick fiel auf die kaputten Animatronics um sie herum – verrostete Kabel, bloßgelegte Schaltkreise. In diesem Gebäude steckte viel alte Technologie. Es musste etwas geben, womit sie den Chip lesen konnte.

Plötzlich hörte Elara ein leises PIEPSEN aus der Ferne. Es war nicht mechanisch, es war elektronisch. Sie drehte ihren Kopf, ihre Augen suchten die Dunkelheit ab. Der Ton war schwach, aber konstant. Er kam aus einer anderen Ecke des Lagerraums, die sie zuvor ignoriert hatte.

Es war das Geräusch eines Pagers. Ein alter, analoger Pager, wie er in den 90er Jahren verwendet wurde. Und er piepste mit einem regelmäßigen Intervall, als würde er eine Nachricht empfangen oder senden.

War es eine Falle? Ein weiterer Trick? Doch Elaras Instinkt, der sie bisher durch diesen Albtraum geführt hatte, sagte ihr, dass dies eine Spur war. Eine Spur zu einem Gerät, das vielleicht mit dem Chip in ihrer Hand kompatibel war.

Sie kroch langsam auf das Geräusch zu, ihre Augen unentwegt die Umgebung absuchen. Der Pager lag halb unter einem Stapel alter, verrotteter Papiere begraben. Als Elara ihn erreichte, sah sie, dass er tatsächlich leuchtete. Ein kleines, verpixeltes Display zeigte eine Reihe von Zahlen und Buchstaben, die in Endlosschleife flackerten.

Und direkt daneben… lag ein kleiner, verstaubter Chip-Leser. Genau für solche Flash-Laufwerke. Es war rostig und sah aus, als hätte es schon bessere Tage gesehen, aber es war da. Ein Hoffnungsschimmer in der Finsternis.

Elara spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Dies war kein Zufall. Jemand hatte diese Dinge hier absichtlich zurückgelassen. Jemand, der vielleicht gewusst hatte, dass jemand wie sie sie finden würde.

Sie nahm den Leser vorsichtig in die Hand, ihre Finger schabten über das kalte Metall. Die Luft um sie herum schien zu vibrieren, als ob die Geheimnisse des Chips bereits zu ihr sprächen.

Ohne zu zögern, presste Elara den kleinen Chip vorsichtig in den dafür vorgesehenen Schlitz des Lesegeräts. Ein leises KLICKEN war zu hören, als der Chip einrastete. Der Bildschirm des Lesegeräts, der zuvor dunkel gewesen war, erwachte mit einem zitternden, grünen Leuchten zum Leben. Pixel wanderten über das Display, dann formten sich Buchstaben und Zahlen.

Elara beugte sich näher, ihre Augen fixierten das Display, während Bonnies wütendes Knurren hinter der Tür eine konstante, beunruhigende Begleitung war. Der Bildschirm zeigte eine Reihe von Protokollen und Einträgen, die in kryptischer Sprache verfasst waren, aber Elara konnte einige Schlüsselwörter erkennen.

[LOG: 1987-11-13 03:47 AM]
Einheit: "Puppet" - Verhaltensanomalie erkannt.
Aktivität: Versuchter Ausbruch aus Geschenkbox.
Diagnose: Emotions-Matrix instabil. Speichermodul C beschädigt.
Hinweis: Möglicherweise Kontakt mit externer Energiequelle.
Aktion: Isolierung der Einheit empfohlen. Protokoll "Lila Mann" beachten.

„Puppet? Lila Mann?“, murmelte Elara, ihr Herz sank ihr in die Hose. Die Marionette. Und der Mörder der Kinder. Das alles hing zusammen. Die Marionette war also nicht nur eine einfache Animatronic. Sie hatte eine „Emotions-Matrix“.

Der Bildschirm wechselte zu einem neuen Eintrag, der noch verstörender war:

[LOG: 1987-11-14 01:22 AM]
Einheit: "Bonnie" - Schwerwiegende Beschädigung am Kopfmodul.
Ursache: Unbekannte Entität. Energie-Signaturen unregelmäßig.
Effekt: Aggressives Verhalten verstärkt. Ziel: Lebende Organismen.
Hinweis: Geistige Resonanz erkannt. Entität möglicherweise gebunden.
Aktion: Einheit außer Betrieb nehmen. Standort: Westflur, Lager.

Elara fror ein. „Geistige Resonanz… Entität möglicherweise gebunden.“ Das war es also. Bonnie war nicht nur defekt. Er war besessen. Und die Kreatur, die ihn angegriffen hatte, war nicht nur eine weitere Animatronic. Es war etwas, das ihre Seele beeinflussen konnte.

Der Bildschirm begann zu flackern, das grüne Leuchten wurde unregelmäßig. Bonnie rammte sich mit voller Wucht gegen die Tür, das Metall ächzte. Die Barrikade, die er selbst geschaffen hatte, hielt nicht mehr lange.

Ein letzter Eintrag auf dem Bildschirm erschien, nur für einen Bruchteil einer Sekunde, bevor das Lesegerät mit einem Zischen erlosch.

[WARNUNG: SYSTEMÜBERLASTUNG]
Aktivierung… Protokoll: "Seelen-Injektion"…
Ziel: "Springtrap"… Initiierung…

Springtrap? Elara kannte diesen Namen nicht. Aber „Seelen-Injektion“ klang… schrecklich. Und es war eine Warnung. Eine Warnung vor etwas, das jetzt vielleicht aktiv war.

Die Tür gab nach. Mit einem ohrenbetäubenden KRACH wurde die Metallkiste zur Seite geschleudert, und Bonnies zerfetzter Körper stürmte in den Raum. Seine roten Augen glühten vor Zorn, direkt auf Elara gerichtet, die immer noch mit dem jetzt toten Lesegerät in der Hand kauerte.

Sie hatte die Wahrheit gefunden. Aber die Wahrheit hatte ihr keine Zeit erkauft. Sie hatte nur eine neue, noch größere Bedrohung enthüllt.

Elara hat wichtige, aber beunruhigende Informationen über die Animatronics und eine neue Bedrohung namens "Springtrap" erhalten, aber Bonnie ist nun vollständig in den Raum eingedrungen.

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