[DE] FNAF X: Die Offenbarung von Balloon Boy Ep. 12.3
Elara starrte auf den wimmernden Balloon Boy. Seine lila und rosa Fetzen, die hängenden Gliedmaßen und das Loch in seiner Brust, aus dem das mechanische Schluchzen drang – es war eine traurige, groteske Erscheinung. Trotz der unerbittlichen Gefahr, die Bonnie hinter ihr darstellte, spürte Elara einen Stich der Empathie. Das war kein Jäger wie Freddy oder Bonnie. Das war etwas Gebrochenes. Und es sprach, wenn auch nur in einem verzerrten Flüstern.
„Was… was willst du?“, flüsterte Elara, ihre Stimme belegt vor Angst, aber mit einem Hauch von Zwang. Sie kroch einen Zentimeter näher, ignorierte das immer lauter werdende SCHLEIFEN von Bonnies Körper, der die Türöffnung erreichte.
Balloon Boy zuckte. Seine leeren, knopfartigen Augen, aus denen das purpurfarbene Leuchten drang, schienen sich auf Elara zu richten. Das Wimmern verstummte für einen Moment, dann kam ein weiteres, verzerrtes Flüstern aus der Öffnung in seiner Brust: „Frei… lass… mich…“
Elara runzelte die Stirn. „Frei lassen? Was meinst du? Wie?“ Sie sah sich um, ihre Augen suchten nach einem Mechanismus, einem Schalter, etwas, das dieses arme Ding von seinem Leid befreien könnte. Die Umgebung war nur alte Kisten und Schutt.
Das Schluchzen in Balloon Boys Brust verstärkte sich, begleitet von einem leisen, rhythmischen KLICKEN. Es war wie eine alte Uhr, die ihren letzten Takt schlug. Sein Körper begann leicht zu vibrieren.
Plötzlich sah Elara, wie Bonnies fehlende Hand, eine wirre Masse aus blankem Endoskelett, durch den Spalt der Tür geschoben wurde. Er war da. Er hatte sie gefunden. Das Wimmern von Balloon Boy wurde zu einem schrillen, verzerrten Schrei, der den kleinen Raum erfüllte.
„Die… Tür…“, krächzte Balloon Boy, seine Stimme jetzt lauter, verzweifelter. „…schließe… die… Tür…“
Elara starrte ihn an. Meinte er die Tür, durch die Bonnie kam? Aber wie? Sie hatte sie nur zugestoßen. Sie war nicht verschlossen. War es eine Falle?
Bonnie rammte sich erneut gegen die Tür. Die Metallkiste, die Elara davor geschoben hatte, wurde zur Seite geschleudert, und ein Spalt öffnete sich. Bonnies rote Augen glühten in der Dunkelheit.
„Schließe… die Tür…!“, wiederholte Balloon Boy, das purpurfarbene Licht in seinen Augen flackerte wild. „…der… Schlüssel… ist… im… Auge…“
Im Auge? Elara riss die Augen auf. Hatte sie das richtig verstanden? Der Schlüssel, um Bonnie fernzuhalten, war im Inneren von Balloon Boy? Aber in welchem Auge? Er hatte doch keine Augen.
Elara ignorierte die kryptische Nachricht vom „Schlüssel im Auge“. Ihre Intuition sagte ihr, dass es noch etwas anderes gab, etwas, das Balloon Boy ihr zu erzählen versuchte. Sie spürte eine Verbindung zu diesem wimmernden Ding, eine seltsame Empathie, die über die Angst hinausging.
„Was ist hier passiert?“, flüsterte Elara, ihre Stimme flehend. „Wer hat das getan? Wer ist für all das verantwortlich?“
Das purpurfarbene Leuchten in Balloon Boys Augen begann heftiger zu pulsieren, fast wie ein Blitz in der Dunkelheit. Sein kleines, zerfetztes Plüschgesicht verzerrte sich, als würde er versuchen, etwas auszudrücken, das über seine kaputten Schaltkreise hinausging.
Das SCHLEIFEN von Bonnie war jetzt unerträglich laut. Er hatte die Tür fast vollständig geöffnet und zwängte seinen massiven Körper in den Lagerraum. Seine roten Augen leuchteten wie glühende Kohlen in der Dunkelheit.
„Er… der… lila… Mann…“, krächzte Balloon Boy plötzlich, seine Stimme war ein schreckliches, verzerrtes Flüstern, das über Bonnies Lärm hinwegdrang. Das purpurfarbene Licht in seinen Augen schoss nach oben, zur Decke, dann zu einer bestimmten Stelle an der Wand. „…die… Kassetten… dort… die Wahrheit…“
Elara riss die Augen auf. Der Lila Mann. Die Kassetten. Es war nicht nur eine! Und er zeigte ihr eine Stelle an der Wand.
Balloon Boys Körper begann zu zucken, begleitet von einem lauten ZISCHEN und KNISTERN aus seiner Brust. Das purpurfarbene Licht erlosch. Der kleine Animatronic kippte zur Seite, regungslos. Er hatte seine letzte Energie aufgebraucht, um ihr diese Botschaft zu überbringen.
Bonnie stürmte in den Raum. Sein Knurren war ohrenbetäubend. Elara hatte nur noch einen Bruchteil einer Sekunde. Die Stelle, auf die Balloon Boy gezeigt hatte, war hinter einem Stapel alter, leerer Pizzakartons.
Ohne zu zögern, stürmte Elara auf die Kartons zu, ihre Hände rissen sie beiseite. Dahinter war eine versteckte Nische, eine kleine Vertiefung in der Betonwand. Und darin…
Darin befanden sich drei weitere, alte Kassetten. Und ein vergilbter Zettel mit krakeliger Schrift: "Die ganze Wahrheit."
Elara hat eine letzte, entscheidende Offenbarung von Balloon Boy erhalten, bevor er deaktiviert wurde, und hat weitere Kassetten mit potenziellen Wahrheiten entdeckt.

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