[DE] FNAF X: Die Suche nach dem Lesegerät Ep. 12.1.2
Elara hatte keine Zeit mehr. Bonnies glühende rote Augen waren nun durch den Spalt der Tür deutlich zu sehen, und sein metallisches Schleifen wurde zu einem wütenden Schaben, als er sich durch die Öffnung zwängte. Der "Schlüssel" im Auge. Es war die einzige Option, die sich in diesem Chaos anbot, so verrückt sie auch klang.
Sie krabbelte hastig auf Balloon Boy zu. Ihre Hände zitterten, als sie nach seinem leeren, knopfartigen Auge griff, aus dem das purpurfarbene Leuchten drang. Es gab keinen sichtbaren Schlüssel, keinen Mechanismus. Sie musste tiefer greifen, in das Innere dieses scheinbar harmlosen, doch so tragischen Animatronics.
„Im… Auge…“, flüsterte Balloon Boy erneut, seine Stimme schwächer, begleitet von einem raschen Klicken aus seiner Brust. Sein purpurfarbenes Leuchten pulsierte wie ein sterbender Herzschlag.
Elara bohrte ihre Finger in die Augenhöhle. Es war kalt und staubig, aber da war nichts. Keine Taste, kein Hebel. Nur die Innenseite des leeren Augapfels. Dann spürte sie etwas Kleines, Hartes, das an einer inneren Schiene zu hängen schien. Sie zerrte daran.
Mit einem leisen KLICKEN löste sich ein winziger, silberner Chip. Nicht größer als ein Fingernagel. Es war ein Flash-Laufwerk. Ein Datenchip.
In diesem Moment brach Bonnie vollständig durch die Tür. Die Metallkiste wurde zur Seite gerissen, und sein massiver, zerfetzter Körper stürmte in den Raum. Seine glühenden Augen fixierten Elara, die immer noch neben dem wimmernden Balloon Boy kauerte.
„Du…“, knurrte Bonnie, seine Stimme verzerrt und voller Wut. „…hast… dich… getäuscht…“
Doch bevor Bonnie sie erreichen konnte, ertönte ein lautes KNIRSCHEN aus Balloon Boys Brust. Der kleine Animatronic zuckte heftig, sein purpurfarbenes Licht erlosch endgültig. Eine letzte, verzerrte Flüstern: „Lauf…“
Und dann – KLACK! – hörte Elara ein lautes Geräusch. Die Metalltür des Lagerraums, die Bonnie durchbrochen hatte, schwang mit einem unerwarteten Ruck zurück und blockierte den Großteil des Eingangs. Es war nicht ganz geschlossen, aber es war genug, um Bonnie vorerst zu stoppen. Sein wütendes Knurren hallte hinter der plötzlich schließenden Tür wider.
Elara starrte auf den Chip in ihrer Hand. Der Schlüssel. Es war kein physischer Schlüssel zur Tür, sondern ein digitaler. Die Marionette hatte nicht gelogen. Dieses arme, gequälte Ding hatte ihr einen Weg gezeigt. Einen Weg, der nicht durch Gewalt, sondern durch Information führte.
Sie war gerettet. Für den Moment. Aber was war auf diesem Chip? Und wie konnte sie ihn nutzen?
Elara presste den winzigen Datenchip fest in ihrer zitternden Hand. Der Lagerraum war wieder in beängstigende Stille getaucht, nur unterbrochen von Bonnies wütendem Knurren hinter der verriegelten Tür. Sie hatte den „Schlüssel“ in Händen, aber ohne das passende „Schloss“ war er nutzlos. Sie brauchte ein Gerät, um ihn zu lesen.
Ihre Augen huschten durch den dunklen, chaotischen Raum. Alte, verrostete Regale, umgestürzte Kisten, zerbrochene Teile von Animatronics. Irgendwo hier musste es etwas geben. Irgendetwas, das zu dieser Technologie passte. Die Pizzeria war voller Geheimnisse, und vielleicht hielt dieser Raum eines davon bereit.
Das Geräusch von Bonnie, das gegen die Tür schlug, wurde wieder lauter, ein wütendes RAMMEN. Er gab nicht auf. Elara spürte, wie der Boden unter ihr vibrierte. Sie hatte nicht viel Zeit.
Sie zwang sich auf die Beine, ignorierte den Schmerz in ihrem Knöchel und begann, sich vorsichtig durch den Schutt zu bewegen. Ihre Hände tasteten sich blind vorwärts, auf der Suche nach einem Computer, einem alten Tablet, einem Diagnosegerät – irgendetwas, das einen Steckplatz für diesen winzigen Chip hatte.
Plötzlich stieß ihr Fuß gegen etwas Hartes und Kaltes. Sie bückte sich, ihre Finger tasteten über Metall. Es war ein Endoskelett-Kopf. Starr, leer. Der Kopf eines Animatronics, der nicht mehr mit einem Plüschkostüm bedeckt war. Er lag halb unter einem Stapel alter Plakate.
Elara zog ihn vorsichtig hervor. Staub rieselte herab. Die Augenhöhlen waren leer, aber dahinter war ein komplexes Wirrwarr aus Drähten und winzigen Platinen. Und dann sah sie es. Seitlich am Kopf, halb verborgen von einem kaputten Kabel, befand sich ein kleiner, rechteckiger Schlitz. Es war genau die Größe des Chips.
War das ein Lesegerät? Ein Diagnoseport? Oder eine Falle? Das Herz klopfte ihr bis zum Hals. Es war eine verzweifelte Option. Dieser Kopf war offensichtlich ein Teil eines Animatronics. Ihn zu aktivieren, auch nur um den Chip zu lesen, könnte lebensgefährlich sein.
Sie hörte Bonnies wütendes Brüllen. Er rammte sich erneut gegen die Tür, diesmal mit solcher Wucht, dass die Tür quietschte und sich ein Stück weit verbog. Die Barrikade hielt nicht mehr lange.
Elara hatte die Wahl. Den Chip in den unheimlichen Endoskelett-Kopf stecken, der vielleicht erwachen würde. Oder versuchen, sich eine neue Fluchtroute zu suchen, während Bonnie hereinbrach.
Die Stille im Raum war erfüllt von der drängenden Frage, was sie tun sollte.
Elara hat einen Endoskelett-Kopf mit einem passenden Steckplatz für den Chip gefunden, während Bonnie droht, die Tür zu durchbrechen.

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