[DE] FNAF X: Ein Verborgenes Geheimnis Ep. 9.3
Sie hatte ihn getroffen. Aber hatte sie ihn aufgehalten? Oder nur noch wütender gemacht?
Ihr Knöchel brannte. Sie musste diesen Moment nutzen. Der rote Lichtschimmer in der Ferne schien jetzt ihre einzige Rettung.
Doch als Elara sich mühsam aufzurichten versuchte, um auf das Licht zuzukriechen, spürte ihre tastende Hand etwas Ungewöhnliches auf dem kalten Betonboden. Es war nicht glatt wie der Rest des Bodens, sondern rau und uneben, wie eine Art Vertiefung. Neugier und ein verzweifelter Überlebensinstinkt trieben sie dazu, dem nachzugehen, auch wenn die Schmerzen im Knöchel sie bei jeder Bewegung durchzuckten.
Sie ließ ihre Hand weitergleiten. Es war eine Spalte im Boden, die sich zu einem schmalen Graben erweiterte. Sie beugte sich hinunter, so gut es ging, und spürte etwas Feuchtes, fast Schleimiges. Dann stieß ihre Hand auf etwas Hartes, aber nachgiebiges.
Es war eine Tasche. Eine alte, abgenutzte Umhängetasche, die halb in der feuchten Vertiefung steckte. Sie zog sie vorsichtig heraus. Die Tasche war schwerer, als sie erwartet hatte. Der Geruch, der von ihr ausging, war eine Mischung aus Feuchtigkeit, altem Leder und dem schwachen, aber unverkennbaren Aroma von … Benzin.
Was machte eine Benzinflasche in diesem Restaurant?
Elara zitterte, als sie die Tasche öffnete. Ihre Finger tasteten im Inneren. Eine kleine, verbeulte Taschenlampe. Ein Feuerzeug. Und tatsächlich, eine kleine, fest verschlossene Plastikflasche, die nach Benzin roch. Sie musste jemandem gehört haben, der hier gearbeitet hatte. Vielleicht sogar dem ehemaligen Nachtwächter, dessen Schicksal sie auf der Kassette gehört hatte.
Das Klirren und Schleifen von Bonnie hatte aufgehört. Die Stille kehrte zurück, aber Elara wusste, dass das nur eine vorübergehende Atempause war. Die Kreatur war verwirrt, aber nicht besiegt.
Das leise, mechanische Flüstern der Marionette schien aus der Ferne wieder aufzusteigen, ein fast unhörbarer Seufzer in der Schwärze. „Die… Dunkelheit… verbirgt… Geheimnisse…“
Elara spürte, wie eine neue Art von Adrenalin durch ihren Körper schoss. Diese Werkzeuge. Das Feuerzeug, das Benzin. War es eine Waffe? Ein Mittel zur Verteidigung in dieser aussichtslosen Situation? Oder war es etwas viel Gefährlicheres? Die Art von Dingen, die man nur benutzen würde, wenn man bereit war, alles zu riskieren.
Sie sah den roten Lichtschimmer des möglichen Ausgangs in der Ferne. Doch jetzt hatte sie etwas in der Hand, das ihr vielleicht mehr als nur eine Flucht bot. Es bot eine Möglichkeit, die Regeln zu ändern.
Die Entscheidung lag bei ihr.
Anstatt dem roten Lichtschimmer sofort zu folgen, tastete Elara weiter in der Vertiefung. Die Tasche war hier nicht das Einzige gewesen. Ihre Finger stießen auf eine lose Bodenplatte, die sich unter dem Schutt verbarg. Es war ein quadratisches Stück Metall, das sich mit einem leisen SCHABEN bewegen ließ.
Darunter befand sich nicht nur feuchte Erde, sondern ein weiterer, kleinerer Schacht. Diesmal nicht horizontal, sondern ein steiler Abstieg in die Tiefe. Elara zögerte. Das war keine Fluchtroute. Das war ein Weg nach unten. Tiefer in das Herz des verlassenen Restaurants.
Ein eisiger Luftzug strömte aus dem Loch, der nach alten Maschinen, Feuchtigkeit und einem Hauch von Leichengeruch roch. Es war kein Ort, den man freiwillig betreten würde. Doch der Schacht war breit genug, um aufrecht darin zu stehen, und in der Ferne sah Elara ein schwaches, pulsierendes, grünes Licht. Nicht rot. Grün. Es war anders. Und es rief sie, nicht mit einem Flüstern, sondern mit einer stillen, unwiderstehlichen Anziehungskraft.
Das Geräusch von Bonnie, das sie getroffen hatte, war noch nicht wieder zu hören. Die Stille war immer noch da, aber sie war erfüllt von der drängenden Frage, was dieses grüne Licht bedeutete. War es eine weitere Falle? Oder der Schlüssel zu dem, was wirklich hier geschehen war? Die Geheimnisse, von denen die Marionette sprach.
Elara fasste einen Entschluss. Das Benzin, das Feuerzeug – diese Werkzeuge gehörten zu jemandem, der bereit war, hier unten zu kämpfen. Und dieses grüne Licht… es war ein Rätsel, das sie lösen musste. Die Flucht konnte warten. Die Wahrheit nicht.
Sie zwängte sich durch die Öffnung, ihre Füße fanden Halt auf einer rostigen Metallleiter, die in die Tiefe führte. Sie begann den Abstieg, ihr Blick fest auf das grüne Licht gerichtet, das sie in die dunkelsten Ecken von Freddy Fazbear's Pizza zog.

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