[DE] FNAF X: Gefangen im Putzraum Ep. 6
Elara presste sich an die Wand, ihr Herz raste, während sie dem Klopfen und Schaben lauschte, das nun von der anderen Seite der Tür kam. Die verrostete Metallkiste, die sie davor geschoben hatte, ächzte und knarrte unter dem Druck von außen.
Es war Bonnie. Das schleifende Geräusch, das sie bereits gehört hatte, war jetzt lauter, schärfer. Metall auf Metall. Er kratzte mit seinen verbliebenen mechanischen Fingern an der Tür, versuchte, einen Spalt zu finden, einen Ansatzpunkt. Dann kam ein dumpfer Aufprall – er rammte sich gegen die Tür, immer und immer wieder. Jedes Mal bebte der kleine Raum, und Staub rieselte von der Decke. Der Geruch, eine scharfe Mischung aus Schimmel, Verwesung und dem eigentümlichen, elektrischen Brandgeruch der Animatronics, drang durch die Ritzen und umschloss Elara.
Sie krallte ihre Finger in ihre Arme, um sich an etwas Festem zu halten, um sich zu erden. Der Putzraum war winzig, kaum größer als ein Kleiderschrank. Neben ihr stapelten sich verstaubte Eimer, zerbrochene Besen und Flaschen mit längst eingetrockneten Reinigungsmitteln. In der Dunkelheit schienen die Schatten an den Wänden zu tanzen, und jedes Geräusch, das ihr eigener Körper machte – das schnelle Pochen ihres Herzens, das flache Keuchen ihres Atems – war in der beängstigenden Stille ohrenbetäubend.
Das Hämmern an der Tür wurde zu einem wütenden Trommeln. Ein tiefes, knurrendes Geräusch drang durch das dünne Holz. Bonnie war nicht nur eine kaputte Maschine. Er war besessen, erfüllt von einer bösartigen Energie, die nur ein Ziel kannte: sie zu finden. Elara schloss die Augen, wünschte sich, sie könnte sich in Luft auflösen.
Plötzlich, so abrupt wie es begonnen hatte, verstummte das Hämmern. Die Kratzgeräusche ebbten ab. Die Stille kehrte zurück, aber diese war anders. Sie war nicht die totale, tote Stille des ausgeschalteten Freddys. Diese Stille war lauernd, wartend.
Elara wagte es kaum zu atmen. Hatte er aufgegeben? Oder lauerte er nur? Sie presste ihr Ohr vorsichtig an die Tür. Nichts. Nur das ferne, unregelmäßige Summen der alten Elektrik des Gebäudes.
Nach einer Minute, die sich wie eine Ewigkeit anfühlte, hörte Elara ein leises, schleifendes Geräusch, das sich langsam entfernte. Es wurde leiser und leiser, bis es im entfernten Flur verschwand. Bonnie war weg.
Ein zittriger Atem entwich Elaras Lippen. Eine vorübergehende Gnadenfrist. Sie konnte sich nicht länger hier verstecken. Irgendwann würde er zurückkommen. Oder einer der anderen. Sie musste einen anderen Weg finden.
Ihre Augen wanderten durch den kleinen Raum. Die Wände waren aus rauen Betonblöcken, die Decke niedrig. Doch in der Ecke, hinter einem Stapel alter Lumpen, bemerkte sie etwas Ungewöhnliches. Ein loser Ziegel. Ein Spalt im Beton. Es war klein, kaum sichtbar, aber es war da.
Könnte das ein alter Wartungsschacht sein? Ein Schacht, der sie vielleicht aus diesem Albtraum führen könnte? Ihr Herz pochte wieder, diesmal nicht nur aus Angst, sondern auch aus einem Funken Hoffnung.
Sie musste vorsichtig sein. Sehr vorsichtig.

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