[DE] FNAF X: Kampf in der Schwärze Ep 8.1
Die Batterie ihres Handys starb endgültig. Mit einem letzten, schwachen Zucken erlosch das Licht, und Elara wurde in absolute, erdrückende Dunkelheit getaucht. Das Flüstern der Marionette wurde schlagartig lauter, als wäre es durch das Verschwinden des Lichts befreit worden, schien nun von überall und nirgends zu kommen.
„Gefangen…“ hauchte die mechanische Stimme. „…allein…“
Elara presste sich an die kalten, nassen Wände des Schachtes. Ihre Augen waren weit geöffnet, suchten verzweifelt nach einem Funken Licht, aber da war nichts. Die Dunkelheit war nicht einfach die Abwesenheit von Licht; sie war eine physische Präsenz, die sich um sie schloss, schwer und erstickend. Der Geruch von Schimmel und Verwesung wurde intensiver, erfüllte ihre Lungen, als würde sie faulige Luft atmen.
Das leuchtende Auge der Marionette war das Einzige, was in der Schwärze noch existierte. Ein bläulicher Punkt, der wie ein böswilliger Stern in der Ferne schwebte, sie unentwegt beobachtete. Es schien näher zu kommen, pulsierend in der Dunkelheit.
„Sie… wissen… du bist hier…“ flüsterte die Marionette, ihre Stimme jetzt ein kalter Schauer, der Elaras Rückgrat hinunterlief. „…die Anderen… sie kommen… für dich…“
Elara versuchte, sich zu bewegen, aber die Dunkelheit lähmte sie. Jeder Sinn schien überreizt, jeder Schatten eine Bedrohung. Sie hörte das leise Knistern von Elektrizität, ein Geräusch, das sie zuvor dem Lüftungssystem zugeschrieben hatte, das aber jetzt viel unmittelbarer klang. Es war das Geräusch von etwas, das sich durch die engen Gänge bewegte.
War das Bonnie, der zurückkam? Oder war es etwas anderes? Das, was die Marionette mit „die Anderen“ meinte?
Die Marionette kicherte, ein trockenes, trauriges Geräusch. „Deine… Seele… wird uns gehören…“
Ein plötzliches KRATZEN ertönte. Nicht aus der Richtung der Marionette. Es kam von den Wänden des Schachtes, hinter Elara, als würde etwas Großes und Schweres sich durch die engen Gänge zwängen. Das Klirren von Metall auf Metall. Ein Geräusch, das Bonnie bekannt war.
Elara war gefangen. Zwischen der unheimlichen, sprechenden Marionette vor ihr und der mechanischen, wütenden Bestie hinter ihr. Sie hatte keinen Lichtstrahl, keine Hoffnung, keine Möglichkeit, zu sehen, was als Nächstes kommen würde. Nur die Dunkelheit, das Flüstern und die Gewissheit, dass die Nacht noch sehr lang sein würde.
Die Panik wich einer eisigen Entschlossenheit. Hinter ihr war Bonnie, eine zerstörerische Kraft, die sie in Stücke reißen würde. Vor ihr war die Marionette, ein psychologischer Folterer, dessen Worte tiefer schnitten als jedes Metall. Doch die Marionette war nicht so physisch bedrohlich, nicht so massiv. Elara sah nur einen Ausweg: durch sie hindurch.
Mit einem stummen Schrei, der nur in ihrem Kopf erklang, stieß Elara sich von den Wänden ab. Sie kroch vorwärts, direkt auf das leuchtende blaue Auge der Marionette zu. Die Dunkelheit um sie herum tanzte, aber sie ignorierte sie. Ihre Hände tasteten sich blind vorwärts, auf der Suche nach einem Halt, einer Lücke.
„Du… kannst… nicht… entkommen…“ flüsterte die Marionette, ihre Stimme jetzt näher, fast um Elara herum. „…wir… sind… alle… hier…“
Elara spürte, wie ihre Finger auf etwas Kaltes, glattes stießen – die Oberfläche des Marionettenkopfes. Ohne zu zögern, drückte sie sich mit aller Kraft daran vorbei. Ihre Schultern schabten an den harten, unbekannten Oberflächen des Animatronics. Sie hörte ein leises, knirschendes Geräusch, als würde ein Teil der Marionette unter dem Druck nachgeben.
Ein schriller, verzerrter Schrei brach aus der Marionette hervor, nicht das sanfte Flüstern, sondern ein schreckliches, animalisches Gebrüll, das den engen Schacht erfüllte. Das leuchtende blaue Auge erlosch kurz, dann flackerte es wild auf, pulsierte wie ein schlagendes Herz. Die kalten, dürren Gliedmaßen der Marionette zuckten, versuchten, Elara zu packen, aber die Enge des Schachtes verhinderte, dass sie ihre Arme richtig ausstrecken konnte.
Elara spürte einen eisigen Druck auf ihrer Schulter, als eine von Bonnies scharfen Metallkrallen sie ergriff. Sie stieß einen Schmerzensschrei aus, aber sie drängte sich weiter, ein Fuß vor den anderen. Sie musste nur noch ein paar Zentimeter.
Sie spürte einen Luftzug. Ein Ende des Schachtes. Ein Hoffnungsschimmer.
Mit einem letzten Ruck befreite sich Elara aus dem Griff der Marionette und fiel in eine tiefe, kalte Leere. Sie landete unsanft auf einem feuchten Betonboden. Ihr Arm schmerzte, als sie sich abstützte.
Das Flüstern der Marionette hallte noch in ihrem Kopf wider, aber es war weiter weg, gedämpfter. Das Kratzen von Bonnie verstummte.
Elara war in einem weiteren Raum. Größer als der Putzraum, aber genauso dunkel und verlassen. Sie tastete mit ihren Händen um sich. Eine kalte Metallwand. Ein Rohr. Sie war in einem labyrinthartigen Bereich, der wohl zu den innersten Mechaniken des Restaurants gehörte.
Doch in der Ferne, ganz schwach, sah Elara einen roten Lichtschimmer. Ein Notausgang? Oder eine weitere Falle? Die Nacht war noch nicht vorbei, aber sie hatte einen neuen Hoffnungsschimmer. Sie musste nur dem Licht folgen.
Elara hat es geschafft, sich durch die Marionette zu kämpfen und ist in einem neuen Bereich des Gebäudes gelandet! Die Spannung bleibt hoch.

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