[DE] Squid Game Schweiz Kapitel 1: Das goldene Gefängnis in den Alpen

 



Seong Gi-hun saß am Fenster seiner luxuriösen Suite in einem Fünf-Sterne-Hotel in Zermatt. Draußen glitzerte der Schnee auf den Dächern der Chalets, und die gewaltige Präsenz des Matterhorns dominierte den Horizont. Eine Szenerie, die Postkarten zierte, doch für Gi-hun war sie nichts als ein kaltes, weites Gefängnis.

Ein Jahr war vergangen, seit er das Spiel gewonnen hatte. Das Geld lag auf einem Schweizer Konto – absurd viel Geld, das er nie anfassen wollte. Es war befleckt mit Blut, mit den Schreien der Verzweiflung und den leblosen Blicken seiner Freunde. Sang-woo, Sae-byeok, Ali... ihre Gesichter verfolgten ihn in jedem Schlaf, in jeder wachen Stunde.

Nachdem er versucht hatte, seiner Mutter zu helfen – zu spät, viel zu spät –, und die kleine Gang-byeok bei Sae-byeoks Bruder Chang aufzog, hatte er das Gefühl, nirgendwo hingehören. Korea war ein Ort der Geister. Die Trauer und die Schuld waren erdrückend. Er hatte gehört, wie die Organisation ihn beobachtete, wie sie immer noch versuchte, ihn zurückzuholen, oder ihn zumindest zum Schweigen zu bringen. Der Frontmann hatte seine Nummer. Ein Anruf, und Gi-hun wusste, dass sie ihn finden würden, egal wo er war.

Ein Anwalt, der für die "Verwaltung" seines Gewinns zuständig war – ein kleiner, schmieriger Mann mit einem aufgesetzten Lächeln – hatte ihm diese Reise in die Schweiz empfohlen. "Diskretion", sagte er. "Anonymität." Hier, inmitten der reichen und gleichgültigen Elite, sollte er sicher sein. Aber Gi-hun fühlte sich unsichtbar, nicht sicher. Er war ein Geist unter Ghosts.

Er starrte auf die prunkvolle Flasche Wein auf dem Tisch, die er nicht angerührt hatte. Alkohol war keine Lösung mehr. Nichts war eine Lösung, außer vielleicht...

Gi-hun erinnerte sich an den letzten Anruf des Frontmanns. Es war eine Warnung gewesen, aber auch ein Hauch von Arroganz. Sie glaubten, er sei gebrochen, harmlos. Sie unterschätzten ihn. Und genau das war sein Vorteil.

Er stand auf, seine Hand zitterte leicht. Der Anwalt hatte ihm einen sicheren Laptop und ein Satellitentelefon gegeben, "für Notfälle". Gi-hun hatte es nie benutzt. Bis jetzt.

Er würde nicht zulassen, dass die anderen umsonst gestorben waren. Er würde nicht zulassen, dass die Spiele weitergingen. Es gab nur einen Weg, wirklich frei zu sein, und das war, diese verdammte Organisation zu Fall zu bringen. Aber wie? Hier, in der Mitte Europas, weit weg von allem, was er kannte?

Gi-hun schloss die Augen und atmete tief ein. Er hatte einmal ganz unten angefangen und alles verloren. Was hatte er noch zu verlieren?

Er griff nach dem Satellitentelefon. Es gab da jemanden, den er noch nie zuvor angerufen hatte, dessen Nummer er aber aus dem Spiel kannte, und der die Spiele von einer ganz anderen Seite kannte. Jemand, der ebenfalls überlebt hatte und vielleicht die gleichen Narben trug. Jemand, der ihm vielleicht helfen konnte, die Strippenzieher hinter Squid Game zu entlarven und zu vernichten.

Er wusste nicht, ob diese Person antworten würde oder überhaupt noch lebte. Aber es war seine einzige Chance.

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