[DE] Squid Game Schweiz: Kapitel 3: Das Treffen im Schatten des Matterhorns

Nach dem nervenaufreibenden Anruf bei Hwang Jun-ho war die Anspannung in Gi-huns luxuriöser Suite greifbar. Jede Minute schien eine Stunde zu sein, während er auf die Ankunft des ehemaligen Polizisten wartete. Er hatte dem Hotelpersonal angewiesen, niemanden ohne seine ausdrückliche Erlaubnis in seine Suite zu lassen, und die Vorhänge waren zugezogen, als ob sie nicht nur die Sonne, sondern auch die lauernden Schatten draußen halten könnten.

Es war spät in der Nacht, als ein leises Klopfen an der Tür ertönte. Gi-hun zögerte, sein Herz pochte. Er hatte keine Ahnung, wie Jun-ho aussehen würde – gezeichnet von den Strapazen, die er durchgemacht hatte, oder vielleicht noch immer auf der Flucht. Er blickte durch den Spion. Ein Mann stand da, seine Kapuze tief ins Gesicht gezogen, aber die Augen, die Gi-hun durch den kleinen Spalt sah, waren wachsam und durchdringend. Es war Jun-ho.

Gi-hun öffnete die Tür und zog Jun-ho schnell herein. Der Polizist war abgemagert, sein Gesicht von Narben gezeichnet, die Gi-hun nicht zuordnen konnte. Doch seine Haltung war immer noch die eines Mannes, der bereit war, zu kämpfen.

"Gi-hun", sagte Jun-ho leise, seine Augen musterten den prunkvollen Raum. "Du lebst gut."

"Das ist ein goldenes Gefängnis", erwiderte Gi-hun bitter. "Setz dich. Ich habe Kaffee gemacht. Oder etwas Stärkeres, wenn du möchtest."

Jun-ho schüttelte den Kopf. "Kaffee ist gut. Ich bin seit Tagen unterwegs. Ich musste viele Umwege machen, um sicherzustellen, dass ich nicht verfolgt werde."

Sie saßen sich an einem kleinen Tisch gegenüber, der eigentlich für das Frühstück gedacht war. Die Tasse Kaffee in Jun-hos Händen schien ihn aufzuwärmen, doch seine Augen blieben kalt und wachsam.

"Du sagtest, du hast eine Idee", begann Jun-ho. "Was hast du vor, Gi-hun? Sie sind mächtig. Überall."

Gi-hun nickte. "Ich weiß. Aber ich kann nicht einfach zusehen, wie sie weitermachen. Ich habe das Geld. Und du hast Informationen. Wir müssen sie benutzen."

"Das Geld ist ein Köder, Gi-hun. Sie wollen, dass du es ausgibst, dass du dich zeigst. Dann holen sie dich."

"Ich weiß", wiederholte Gi-hun. "Deshalb müssen wir schlauer sein. Ich habe über die VIPs nachgedacht. Die Leute, die die Spiele aus der Ferne beobachten. Sie sind die wahren Strippenzieher, nicht nur der Frontmann. Und sie sind hier. In der Schweiz. Oder in der Nähe."

Jun-ho zog eine Augenbraue hoch. "Woher weißt du das?"

"Der alte Mann", sagte Gi-hun, und ein Schmerz zog durch ihn. "Il-nam. Er war einer von ihnen. Er hat es mir am Ende gesagt. Und er hat angedeutet, dass die VIPs sich in der Nähe von sicheren Orten treffen, wo sie ungestört sind. Die Schweiz ist ein solches Zentrum für Reichtum und Diskretion."

Jun-ho dachte nach. "Ich habe auch etwas herausgefunden. Es gibt Gerüchte über geheime Treffen, exklusive Clubs, wo die Reichsten der Reichen ihre... 'Vergnügungen' teilen. Ich habe eine Liste mit Namen gesammelt. Namen von Leuten, die in den letzten Jahren spurlos verschwunden sind, und Namen von Leuten, die plötzlich zu Reichtum gekommen sind. Es gibt Muster, Gi-hun. Muster, die auf eine globale Operation hindeuten."

Gi-huns Augen weiteten sich. "Eine Liste? Das ist es! Wir müssen diese VIPs finden. Wir müssen Beweise sammeln. Beweise, die so erdrückend sind, dass niemand sie ignorieren kann."

"Und wie willst du das anstellen?", fragte Jun-ho skeptisch. "Diese Leute sind unsichtbar. Sie haben die besten Sicherheitsvorkehrungen. Und sie haben Verbindungen in die höchsten Kreise."

"Ich habe das Geld", sagte Gi-hun wieder, diesmal mit einer neuen Entschlossenheit in der Stimme. "Und ich habe etwas, das sie nicht haben: Nichts mehr zu verlieren. Ich bin bereit, alles zu riskieren. Und du bist der einzige, der mir helfen kann, Jun-ho. Du kennst ihre Methoden. Du weißt, wie sie denken."

Jun-ho blickte aus dem Fenster, wo die ersten Sonnenstrahlen die Spitze des Matterhorns beleuchteten. Die Stille des Schweizer Morgens war trügerisch. Er hatte seinen Bruder verloren, seine Karriere, sein Leben. Aber er hatte auch eine Mission.

"In Ordnung, Gi-hun", sagte Jun-ho schließlich, seine Stimme fest. "Wir arbeiten zusammen. Aber wir müssen extrem vorsichtig sein. Ein falscher Schritt, und wir sind tot. Und dieses Mal gibt es kein Spiel, das uns rettet."

Ein schwaches Lächeln huschte über Gi-huns Gesicht. "Ich weiß."

Der Kampf gegen die Organisation hatte gerade erst begonnen. Und dieses Mal spielten sie auf Gi-huns und Jun-hos Regeln.

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